Nürnberger Shisha Pangma - Expedition 2003

 

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Aktuelle News aus Nepal und Tibet

 

25.Oktober 03:

Rettungsaktion an der Shisha Pangma

Nach unserer fast zweiwöchigen Akklimatisierungsrunde in Tibet erreichten wir wohlbehalten das chinesische Fahrerlager auf 5000m Höhe. Von hier geht es zu Fuß und von Yaks unterstützt ins ABC (advanced basecamp). Zwei Tage lassen wir uns für den über 17km langen Weg Zeit. Als wir das ABC erreichen ist schon eine kommerzielle amerikanische Expedition am Berg unterwegs. Auf insgesamt sieben Expeditionen mit ca. 30 Bergsteigern wird sich in die Zahl noch erhöhen. Für uns folgen weitere Tage der Akklimatisation am Berg, begleitet vom Aufbau der Hochlager 1 und 2. Schon jetzt zeigt sich das Wetter von der garstigen Seite. Häufige Wetterwechsel mit Neuschnee, Windverfrachtungen und viel Spurarbeit am Berg prägen diese Tage. Ende September brechen wir zu sechst zu unserem ersten Gipfelversuch auf. Zu dritt treiben wir unseren Versuch bis ins 2. Hochlager. Dort bremst uns aufkommendes Schlechtwetter. Zwei Tage verbringen wir in einer Höhe von 6850m und warten auf Besserung. Doch jeder Tag hier oben zehrt an den Kräften. Wir brechen ab und kämpfen uns durch den Neuschnee nach unten. Den anderen Expeditionen ergeht es nicht viel bessser. Als einzige schaffen es ein paar Japaner mit Scherpas weiter hinauf bis auf ca. 7500m. Dort bleiben auch sie im Schnee stecken und drehen um. Daß wir überhaupt soweit kamen ist dem gemeinsamen Einsatz aller Beteiligter zu verdanken. Jeder gab sein Bestes und versuchte damit, der Gruppe zum Erfolg zu verhelfen.
Überschattet von den Ereignissen am 1.10. im Basislager auf 5600m Höhe brechen wir die Expedition, nach einem ersten erfolglosen Gipfelversuch, ab. Bis zu unserem Verlassen des ABC wurde der Gipfel von keiner Expedition erreicht. Ein medizinischer Notfall im ABC erfordert all unsere Kräfte, um Menschenleben zu retten. Spontan erklärten sich Bergsteiger anderer Expeditionen solidarisch und unterstützen aufopfernd die Rettungsaktion unseres Kameraden.
Armin Dusold klagt an diesem Nachmittag über sehr starke Kopfschmerzen. Abends verschlechtert sich sein Gesundheitszustand weiter. Wir vermuten zunächst ein Hirnödem und versorgen ihn mit den erforderlichen Medikamenten.
Erst später stellt sich heraus, daß er einen Bluterguss im Gehirn erlitten hatte. Für den nächsten Tag wird der sofortige Abtransport in tiefere Regionen geplant. Ein derartiger Transport bedeutet hier am 'Dach der Welt' eine zwei- oder dreitägige Reise. Hubschrauber gibt es hier oben keine. Am frühen Morgen des nächsten Tages bauen wir eine Trage aus Skiern, Seilen und Zeltstangen auf die Armin gebettet wird. Mit acht Trägern und Helfern kann der Abtransport ins Fahrerlager sichergestellt werden. Unser Dank gilt dabei besonders der spanischen und italienischen Expedition, die uns bei dieser Rettungsaktion selbstlos unterstützt. Sieben Stunden dauert allein die Bergung bis ins Fahrerlager. Hierher haben wir bereits einen Jeep der TMA (Tibetische Mountaineering Association) geordert. Eine weitere Strapaze erwartet den lebensbedrohlich erkrankten beim weiteren fast zweitägigen Jeeptransport ins Hospital nach Kathmandu(Nepal). Es grenzt an ein Wunder, daß Armin das Krankenhaus in Kathmandu lebend erreicht. Seine Begleiterin Marga sorgt unterwegs für die medizinische Betreuung. Nach einer Gehirnoperation ist Armin inzwischen auf dem Weg der Besserung und kommt morgen per Rettungsflieger wieder nach Deutschland. Wir alle hoffen, daß auch diese Expedition ein gutes Ende findet.

Christian


16.Oktober 03:

Nach einer aufwendigen Rettungsaktion an der Shisha Pangma wird die Expedition schließlich abgebrochen. Wie sich erst im Krankenhaus in Kathmandu herausstellte hatte Armin Dusold kein Höhenhirnödem sondern Gehirnblutungen erlitten. Nach einer Hirnoperation ist Armin jetzt wieder auf dem Weg der Besserung.


25.September 03:

Reisebericht

Nach monatelanger Vorbereitung geht es am Mittwoch, 27. August 2003, endlich los. Unser Foto vom Flughafen ist ja im aktuellen Mitteilungsheft der Sektion abgebildet. Jeder Teilnehmer hat einen Wagen voller Gepäck. Bei der Abfertigung dann die große Frage: Wieviel Kilo an Equipment stecken tatsächlich in den Seesäcken drin? Gespanntes Warten und dann endlich Entspannung. Mit 264 kg haben wir die magische 270 kg-Grenze sogar unterschritten. Na, wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Also ab zu einem letzten Weißbier und Münchner Weißwürsten.

Bis nach Kathmandu verläuft alles nach Plan. Wir werden am Flughafen mit traditionellen Blumenketten von den Thamserku-Mitarbeitern empfangen; ein gutes Gefühl dieser Willkommensgruß. Auf dem Weg in unsere Unterkunft – dem schönen Haus Nameste – bietet sich mir ein erster Eindruck von Kathmandu: leuchtende Farben, ganz neue Düfte, viel Verkehr und auch eine dreckige Luft,. Ich bin mächtig aufgeregt. Das bunte Treiben zieht mich magisch an. Doch erst einmal heißt es in Ruhe Tee trinken und entspannen, bevor ein kleiner Stadtbummel geführt von den Insidern Marga und Armin stattfindet.

Am Donnerstag dann Termin bei der Agentur Thamserku. Die Professionalität dort gefällt uns und hinterläßt einen guten Eindruck. Material wird gesichtet und letzte Absprachen getroffen. Die Sache kann losgehen. Wir lernen auch den Koch kennen. Armin unkt über die Qualität des Essens angesichts des kleinen und schmächtig aussehenden Koches. Doch wie sich später herausstellt war das unbegründet.

Unser Flug über den Himalya-Hauptkamm – Marga hat uns extra Sitzplätze auf der linken Seite besorgt – ist weniger ereignisreich. Nur ganz wenige und kleine Spitzen – Josef identifiziert den Cho Oyu – schauen aus dicken Monsunwolken heraus. Wir sind einfach zu früh unterwegs. In Kathmandu gab es jeden Nachmittag einen heftigen Regenschauer, ein sicheres Monsunzeichen. Wir fliegen mit der China-Air und Julia macht ihre erste Bekanntschaft mit dem Sozialismus. Das Austeilen des Snacks wird von einem militärischen „Enjoy it!“ der Stewardess begleitet. Okay, von uns keine Widerrede.

Lhasa, endlich bin ich da. Dreimal habe ich bisher den Film „7 Jahre in Tibet“ gesehen und Unzähliges über den Pottala und Dalai Lama gelesen. Jetzt endlich sehe ich den Palast mit eigenen Augen und kann sogar hineingehen. Doch die innere Romantik weicht zu bald dem Alltag, der sich dort im „Holy Palace“ gebärdet. Riesenreisegruppen von Chinesen, Handys läuten, es wird telefoniert und laut gesprochen. Von Ehrwürdigkeit und Respekt keine Spur. Vor dem Pottala ist nichts mehr von der Altstadt übrig. Der große Platz aus Betonplatten wird von einem sozialistischen Monument domiert. Die Chinesen haben Lhasa zu einer modernen Stadt umfunktioniert. Wie konnten Hollywoods Filmemacher dies nur alles so perfekt vertuschen? Auch unser Guide, ein gebürtiger Tibeter aus Lhasa, wurde in diesem Zusammenhang umgesiedelt. Einen Satz habe ich noch immer in den Ohren. „Die Chinesen haben uns alles genommen; sogar die Zeit.“ Denn in ganz China herrscht Pekingzeit! In Lhasa bleiben wir für unsere Akklimatisation insgesamt drei Tage. Wir besuchen das in der Nähe gelegene Kloster Drepung und den Sommerpalast des Dalai Lama. Das Kloster Drepung wurde während der Kulturrevolution schwer zerstört. Die Anzahl der Mönche ist von 10.000 auf 800 zurückgegangen. Im Sommerpalast findet gerade ein tibetisches Tanzfestival statt. Das von Heinrich Harrer gebaute Kino ist leider zu einer Ruine verfallen. Rester tibetischer Altstadt findet sich noch um den heiligen Jokhang herum.

In Lhasa machte sich die Höhe dann schon bemerkbar. Erste Höhenprobleme mit rekordverdächtigem Ruhepuls, Übelkeit und Kopfschmerzen tauchen auf.

Von Lhasa nehmen wir die südliche Route über Gyantse und Shigatse nach Tingri. Für die erste Etappe (180 km) benötigten wir 8 Stunden. Akrobatisch schraubt sich unser Jeep die Pässe hoch. Ein direkter Blick in den Abgrund war immer gegeben; keine Begrenzung, keine Leitplanke und dann und wann auch noch Gegenverkehr. Die schweißnasse Hand immer am Autogriff für den evtl. Absprung.

Die allmorgenlich gemessenen Werte (Puls und Sauerstoffgehalt) zeigen die immer bessere Anpassung an die Höhe.  

Die Hochebene ist sehr karg Steinige Felder mit mäßigem Ertrag werden durch permanente Erosion bedroht. Tiere laufen über die Hochflächen und ich frage mich, was diese überhaupt zu fressen finden.

In Gyantse und Shigatse besuchen wir – ja richtig - Klöster. Und so können wir unsere Akklimatisation mit Kultur aufwerten. In einem der Klöster steht ein riesiger, über 20 m hoher Buddha aus Kupfer. Kurt hatte für das Material ganz eigene Verwendungsideen ...

Mit jeder Etappe werden die Bedingungen etwas mehr basic. Unser Guesthouse in Tingri verfügt immerhin schon über Sonnenkollektoren für warmes Duschwasser. Von Tingri aus haben wir einen wunderschönen Blick auf den Cho Oyu. Der Everest bleibt bis auf einen kurzen Moment in Wolken gehüllt.

Die Spannung steigt. Am Samstag geht es an die Shisha. Gegen 12. Uhr (wir hatten wieder auf Nepali-Zeit umgestellt) erreichen wir das Basecamp auf 5.000 m. Heißer Tee im Küchenzelt, unsere Zelte aufgebaut – eine perfekte Vorbereitung durch Thamserku. Zum Abendessen Spaghetti mit Tomatensauce: was will Mann / Frau mehr? Der Abend geht mit einem schönen Licht auf die Shisha Pangma unter. Der nächste Tag steht im Zeichen der Akklimatisation. In kleinen Gruppen verlassen wir das BC und ersteigen die Hügel rundherum. Julia und ich erreichen dabei unseren persönlichen Höhenrekord. Am Abend kommt schon etwas Abschiedsstimmung auf. Schade, das wir nicht doch noch mit ins ABC-Camp kommen können.

Am Montag dann nach dem Frühstück das Abbauen der Zelte. Die 18 georderten Yaks sind mit ihren 6 Yaktreibern eingetroffen. Ein zweites Mal große Spannung hinsichtlich der Lasten. Wieviele Yaks würden noch zusätzlich herausgeschlagen werden? Das große Wiegen beginnt und das Ergebnis ist für uns zunächst nicht akzeptabel. Die Expedition hat mehr als 1.600 kg Gewicht. Geplant sind allerdings nur 1.080 kg. Also das kann so nicht stimmen! Nun holen wir unsere gute, alte Federwaage raus und treten den Gegenbeweis an. Nach gut der Hälfte des gewogenen Gepäckes müssen wir uns geschlagen geben. Die Küche allein hat über 1.000 kg Gesamtgewicht. Erst einmal heißt es nun, die aufgebrachten Gemüter der Yaktreiber zu beruhigen, haben wir doch zu Unrecht das Gewicht angezweifelt. Mit Hilfe des im BC befindlichen Verbindungsoffiziers werden 9 zusätzliche Yaks mit 3 Yaktreibern ausgehandelt. So gibt es eben immer wieder Überraschungen...

Nach der dramatischen Wiegeaktion verabschieden wir uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge am Montag, 15. September 2003, von der Expedition.

Unser Weg führt querfeldein über tibetische Hochebene nach Nyalam mit spürbarem Klimawechsel. In Zhangmu herrscht Treibhausatmosphäre; üppige Vegetation, hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Am nächsten Tag nehmen wir mit dem Passieren der Grenze nach Nepal Abschied von unserem Guide Dawa und unserem Fahrer. Sie haben uns fürsorglich betreut und ihr Land mit Stolz nähergebracht.

In Kodari keine Weiterfahrt! Das avisierte Fahrzeug ist nicht da. Wir hören drei unterschiedliche Versionen: Straße verschüttet, Generalstreik, Bombenexplosion!? Auf jedem Fall ist Kodari kein wirklich einladender Ort und uns ist klar, wir wollen zurück nach Kathmandu. Nach mehreren Telefonaten mit Thamserku steht 12.00 Uhr ein local car mit Tourist-Schild für 200 US $ bereit. Wir haben den Transport bereits bezahlt, ist unsere Argumentation. Okay, dann eben nur 120 US $. Auch darauf lassen wir uns nicht ein und nach Diskussion setzt sich das Auto in Bewegung. Was jetzt kommt läßt die erste Jeepetappe als Spaß erscheinen. Julia´s Kommentar: „Was gut für die Einheimischen ist, ist auch gut für uns.“ Anstrengende 4 Stunden Fahrt zum Teil nur auf drei Rädern und einer Felge folgen. Von mehreren Straßensperren aufgehalten und kontrolliert kamen wir letztlich doch gut in Kathmandu an. Der Grund für die ganze Aufregung steht am Mittwoch in der Zeitung: sechs Bombenanschläge durch Maoisten. Die letzten Tage nutzen wir für die intensive Besichtigung von Kathmandu. Auch das Kinderhaus der Nepalhilfe Beilngries können wir besuchen. Das Kinderhaus allein ist seinen eigenen Bericht wert. Wir waren einfach begeistert!

Samstag, 13. September, aus dem Flugzeug ein letzter Blick auf Kathmandu. Unsere Reise ist zu Ende. Doch das Fieber legt sich nur langsam und ich brauche Wochen zur Aufarbeitung des Gesehenen und Erlebten. Wenn ich heute meinen Freunden von der Reise erzähle, spüren sie immer noch meine „Reizüberflutung“.

Pia

 

11.September 03:

Hallo Juergen!



Gruesse aus dem Fahrerlager auf 5.000 m. Wir sind gestern, 06.09.2003, nach
ca. 4 Stunden Fahrt von Tingri gut hier angekommen. Wir fuehlen uns alle
halbwegs wohl. Heute am Sonntag - nach einem ausgiebigen Fruehstueck - ist das
Wetter super, sonnig, kaum Wolken. Der ganze Himalaya steht vor uns, natuerlich
auch die Shisha. Nachts hat es gefroren. Aber im warmen Schlafsack war es
die erste Nacht angenehm. In der Sonne klettert die Temperatur im Zelt locker
auf 40 Grad Celsius +. Morgen ziehen wir mit 18 Yaks Richtung ABC-Camp auf
5.600m.

Beste Gruesse von der Expedition


PS.:
Anmerkung von den beiden Trekkern:
Bei den avisierten 18 Yaks ist es natuerlich nicht geblieben. Nachdem alles
gewogen war, fehlten 10 Yaks. Das bereitgestellte Kitchenequipment war doch
glatt doppelt so schwer als geplant. Nach harten Verhandlungen konnte die
Anzahl der Yaks auf 27 (!) beschraenkt werden. Ja, so gibt es eben immer
Ueberraschungen unterwegs. Liebe Gruesse von Julia und Pia

31.August 03:

Wir sind gut in Lhasa angekommen, das Wetter ist warm und bedeckt, ca. 16
Grad.
Noch hat keiner aus der Gruppe Probleme mit der Hoehe.
Morgen starten wir zu unserem Akklimatisations- und Besichtigungsprogramm.
Wir sind 3 Naechte in Lhasa und fahren dann Richtung Shisha pangma.

Herzliche Gruesse aus Lhasa

29.August 03:

Sind gestern in Kathmandu angekommen!

Das Shisha Team und die 2 Trekker Julia und Pia sind gut in Kathmandu
gelandet. Auch unsere 12
Seesäcke und 5 Paar Skier und unsere 6 Tonnen vom Air Cargo sind da.

Das Wetter hier ist regnerisch, aber 25 Grad warm und schwül. Chaos in den
Strassen wie immer.

Für Sightseeing bleibt wenig Zeit, heute mussten wir zu "Thamserku", unsere
Agentur zum"briefing", d.h. ueberprufen der Expeditionsausruestung, Zelte,
Kueche, Sauerstoff, Gamowbag, Kocher etc.
Wir sind die erste Gruppe die auch einen Backofen im Basislager haben wird,
so koennen die #Schaeuferle# immer frisch sein
Morgen Samstag, 30.08.03 fliegen wir um 10.30 dann nach Lhasa in Tibet.
Hoffen dass alle den Höhensprung auf 3600 m gut verkraften.

Gruesse aus Nepal an alle.

24.August 03:

Am 27.August fliegt die Gruppe ab. Sobald eine Nachricht aus Nepal/Tibet ankommt

werde ich sie hier veröffentlichen.

Jürgen

 

   
         

   

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 © ad - 06.08.2003