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Türkei - Istanbul und Kappadokien im Mai 2011

von Barbara Sandmann

dieTeilnehmer

Von Kappadokien hatten wir (Hans, Barbara, Waldemar, Won Bong und Reinhold) schon viel gehört und so entstand der Plan, dieses wunderschöne Fleckchen Erde, das zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, zu bereisen.

Hagia Sopfia bei Nacht

Mit Turkish Airline flogen wir von Nürnberg nach Istanbul. In zwei Tagen wollten wir diese faszinierende Stadt besichtigen. Da Waldemar und ich bereits einige Male Istanbul besucht hatten, starteten wir ein straffes Besichtigungsprogramm kreuz und quer zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der pulsierenden 16-Millionen-Metropole. Der krönende Abschluss endete mit einer Bosporusschifffahrt im Abendlicht, bei der Hans kräftig von einer großen Welle eingeweicht wurde.

Schifffahrt am Bosporus

Am nächsten Morgen ging es sehr früh zum Atatürk Airport für den Weiterflug nach Nevsehier (Kappadokien). Im Anflug sahen wir bereits die beiden Vulkane Erciyes Dagi, 3 916 m, und Hasan Dagi, 3 268 m, die diese faszinierende Landschaft aus Tuffstein geschaffen hatten. Bei der Christenverfolgung hatten sich die Bewohner tief in die Felsen eingegraben. So entstanden unzählige Kirchen und Wohnungen, die heute zum größten Teil noch zu besichtigen sind.

Rose Valley 4

Ich hatte für drei Nächte in Kemals Guesthouse in Göreme Zimmer reserviert, die sich, für uns recht interessant, als "Höhlenzimmer" entpuppten - nun waren wir endlich angekommen. Das nette Ehepaar, Kemal und Barbara, sie ist Holländerin, gibt gerne Tipps für ausgedehnte Wanderungen in die zahlreichen Täler Kappadokiens.
Abends hat uns Kemal mit einem sehr schmackhaften Menü aus seiner heimischen Küche verwöhnt. Im Garten kann man es sich auf einem Diwan nach einem anstrengenden Tag bequem machen. In den folgenden Tagen besuchten wir das Göreme-Freilichtmuseum mit seinen prächtig ausgemalten aus dem Fels herausgeschlagenen Kirchen (ein Muss!), sowie Wanderungen durch das Liebes- und Weißes Tal nach Uchisar mit seinem durchlöcherten Burgfelsen. Das imposante Taubental brachte uns zurück nach Göreme.

Rose Valley 8

Mit dem Mietauto ging es in das 70 km entfernte Güzelyurt, 1 485 m, mit seinen griechischen Häusern. 1923 musste die angestammte Bevölkerung ihre Heimat verlassen. Türken aus Griechenland übernahmen ihre prächtigen Häuser und Anwesen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, Männer sitzen entspannt zusammen im Teehaus und der Esel ist hier noch das Fortbewegungsmittel Nummer eins. In Halils Pension, einem altgriechischen Haus mit Innenhof, fühlten wir uns sehr wohl und wurden jeden Abend von der netten Gastfamilie in der "guten Stube" mit Hausmannskost verwöhnt.

Klostertal bei Güzelyurt

Auf dem Weg nach Güzelyurt besuchten wir die bekannteste der ca. 50 unterirdischen Städte "Derinkuyu". Acht Stockwerke wurden seit der Entdeckung von 1963 freigelegt. Bis zu 1 000 Christen versteckten sich bis zu sechs Monate in der Unterwelt, die aus Wohn- und Schlafräumen, Ställen für Tiere, Lager für Proviant, Kirchen und Küchen bestand. Ein ausgeklügeltes Belüftungssystem sorgte für Frischluft. Heute drängen sich unzählige Touristengruppen durch die schmalen niedrigen Gänge - Klaustrophoben sind hier fehl am Platz!


Rest. Iharaschlucht 
Das eigentlich Interesse gilt hier der 15 km langen Ihlara Schlucht, dem "Grand Canyon der Türkei". Der Melendiz Fluss hat sich hier 150 m tief in den Fels eingegraben. Wir durchwanderten die Schlucht - idyllisch auf schmalen Pfaden am wildbegrünten Flussufer entlang. Zahlreiche mittelalterliche Felsenkirchen sind zu bewundern und für eine Stärkung sorgen nette Restaurants im und am Fluss, die mit fangfrischen Forellen locken.

Für den nächsten Tag war die Besteigung des 3253 m hohen Vulkans, Hasan Dagi, geplant. Am Morgen war es grau und die Wolken hingen tief - aber wir wollten es trotzdem versuchen. Vom Ausgangspunkt auf 2 000 m Höhe sind es nicht viele Höhenmeter und es beginnt der Schnee. Am Tag zuvor hatten wir eine amerikanisch-türkische Bergsteigergruppe getroffen, die ebenfalls den Gipfelsturm wagen wollte. Da es nebelig und kein Wegverlauf zu erkennen war, folgten wir den Trittspuren der Gruppe bis unterhalb des Gipfels.


Hasan Dag

Gut ging es ohne Steigeisen und Pickel voran. Die Sonne versuchte immer wieder ihr Glück durch die Wolken zu drücken, aber sie schaffte es nicht. Unterhalb des Vorgipfels auf 3 200 m kamen starke Winde auf, die die Spuren verwehten. Ein Gipfelglück wurde uns somit verwehrt und wir traten den Rückweg an. Unten in der weiten Ebene besserte sich das Wetter, die Wolken machten der Sonne Platz und somit hatten wir zum Ende hin doch noch gute Ausblicke in die weite Umgebung. Auch ohne Gipfelsturm meldete sich der Hunger, den wir mit wunderbaren Forellen in einem netten Lokal stillten.

Felsen b. Ürgüp m. Eriyces Dag 
Unser nächstes Ziel war die Besteigung des 3 916 m hohen Vulkans, Erciyes Dagi. Er befindet sich ca 180 km vom Hasan Dagi und ca. 25 km südlich der Großstadt Kayseri entfernt. Auf 2 100 bis 2 970 m gibt es ein Skizentrum mit Sessel- und Skiliften. Der Skibetrieb war erst seit zwei Wochen eingestellt worden. Bei unserer Ankunft hatte nur noch eine hässliche Bergsteigerunterkunft geöffnet.
Dort trafen wir auf einen Mann, der ehemals Skilehrer am Arlberg war und sehr gut deutsch sprach. Er klärte uns über die Schneeverhältnisse am Berg auf. Von unserer geplanten Aufstiegroute über den Grat riet er uns wegen des vielen Schnees ab und fragte, ob wir nicht Tourenskier dabei hätten.
Da uns der von ihm vorgeschlagene Aufstieg über eine Rinne (ca. 10 Stunden) zu heikel erschien und bereits wieder eine schwarze Wetterfront nahte, waren (glaube ich) alle froh, dass wir unverrichteter Dinge nach Göreme zurück fuhren.
White Valley

Für die letzten Tagen waren wir in der netten Pension "Ishthar" in Göreme einquartiert. Bei einem ausgezeichneten Frühstück auf der Aussichtsterrasse genossen wir die Morgensonne. Mit umfangreichen Wanderungen in der nahen und weiteren Umgebung durch bizarre Täler und auf Höhenwegen mit tollen Tiefblicken klang unser harmonischer Urlaub aus.