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Fjordküste bei Svolvaer Klettern im Granit
Fjordküste bei Svolvaer Klettern im Granit

Lofoten...Inseln im Nordmeer mit viel Costa Blanca

weisse Sandstrände vom Feinsten wer hätte das gedacht. Tageshöchsttemperaturen zwischen 25 und 30 Grad sind eher selten hier. Nicht unbedingt. Es kommt oft anders als vermutet. Diesmal waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort, rein zufällig. Der mitgebrachte Pullover und die Regenklamotten werden kurzerhand durch ein einziges T-Shirt für zwei Wochen ersetzt. Wer nicht waschen will darf auch nicht schwitzen. Bei diesen Temperaturen und den überwiegend sonnigen Klettereien kein leichtes Unterfangen. Die Kletterziele werden auf die 24 Stunden Sonnenschein und dem aktuellen Sonnenstand verteilt. Anfangs recht ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Wer geht schon um 22Uhr auf Klettertour ?
Hier nördlich des Polarkreises keine Frage, außer der, wann schlafen wir eigentlich? Die vom rauhen Granit nach wenigen Tagen rosagefärbten Fingerspitzen benötigen dringend eine Ruhefase. Und tatsächlich nach den ersten drei Tagen schieben sich dicke Wolken über den Horizont und die Inselgruppe, das wars dann wohl. Ein paar Regenschauer sind auch dabei. Zeit für den eher schwach ausfallenden kulturellen Teil der Reise, ein Besuch im "Lofotr Viking Museum" bei dem Dörfchen Borg ist ein Muß. Schließlich starteten auch von hier aus die Winkinger mit ihren Schiffen die Eroberungs- und Plünderungsfahrten nach Island und Grönland. Das Mitrudern im restaurierten Winkingerschiff klammern wir aus, schon wieder aufreibende Handarbeit. Wir sind doch zum Klettern hier.

Nur von kurzer Dauer ist die Schlechtwetterfase und wir starten wieder Richtung Granitberge. Diese sind gar nicht weit von unserem kleinen, gemütlichen Ferienhaus am See Storvatnet entfernt. Die Kletterberge nördlich Henningsvaer werden während des 14- tägigen Aufenthalts zu unseren Hausbergen. Das Klettern auf den Lofoten hat einen deutlich alpinen Charakter. Bolts an Standplätzen finden sich nur in den häufiger begangenen Routen. Die erforderliche Absicherung einer Route ist Sache jeder Seilschaft und wird von den Kletternden erwartet. Deshalb sind es eher ernsthafte Klettereien, was die Begeisterung bei den bestehenden Wetterverhältnissen nicht schmälert sondern eher anregt. Erschließung von Klettergebieten im französischen Stil wird von den einheimischen Kletterern weder gewünscht noch toleriert.

Unsere letzte Route, die wir klettern: "Sons of the Sun". Eine wahrlich gelungene Abschlußtour, deren Titel die vergangenen zwei Wochen perfekt charakterisiert. Mit grandiosem Tiefblick auf das hellgrün bis dunkelblau schimmernde Meer der Fjordküste und den Djupfjord. Erst 1993 vom Hausmeister Ed Webster im 3.Versuch erstbegangen bietet sie alles, was Granitklettern ausmacht und ist zu Recht mit drei Sternchen als besonders lohnend ausgewiesen. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, daß uns die kleinen Friends mal wieder ganz schön fehlen.

Auch wenn das Wetter uns keine weiteren Kletterpausen gönnt, können wir das uns umgebende Wasser nicht ignorieren. Ein Tagesausflug zu Wasser in und durch die Fjorde gehört nun mal dazu, ist eine willkommene Abwechslung im Klettergeschehen und macht gerade bei sonnigem Wetter richtig Laune. Zwei Wochen jenseits vom Polarkreis vergehen wie im Flug und ehe wir uns versehen sitzen wir im Schnellboot zum Festland hinüber. Wir verlassen eine abwechslungsreiche, zauberhafte Landschaft von schneegekrönten Bergen bis zum Sandstrand. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen.

Christian Funke, im Herbst 2007

Wollgras Wikingerschiff
Wollgras Wikingerschiff



Stand: 15.12.2007