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Gratüberschreitung auf der "Via Mandani" im Sellrain

von Barbara Sandmann

Der Wettergott zeigte sich am 1. Septemberwochenende bei hochsommerlichen Temperaturen nochmals von seiner besten Seite. So stiegen wir, Thomas, Martina, Waldemar und Barbara, am Freitagnachmittag gut gelaunt zur Neuen Pforzheimer Hütte, 2 310 m, im Sellrain auf.
Dort erwarteten uns Thomas´s Schwester Walli mit den Kindern, Leo 15 Jahre und Franziska 13 Jahre, die unbedingt ihren ersten "3 000er" besteigen wollten.
Am Abend stand die Tourenplanung der nächsten zwei Tage an. Die sehr freundliche Hüttenwirtin hatten eine heißen Tipp für uns - die im Jahre 2010 neu angelegte "Via Mandani". Eine Gratüberschreitung vom Gleirscher Rosskogel zum Zwieselbacher Rosskogel.
Am nächsten Tag - ein strahlender Morgen
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so genügt es natürlich nicht einfach nur einen Berggipfel zu besteigen - bei so einem Tag muss es schon eine Gratüberschreitung hoch oben sein. So starteten wir hinauf zum Gleirschjöchl, 2 750 m, und weiter zum Gleirscher Rosskogel, 2 994 m.  
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Dort konnten wir den Grat über mehrere kleine Gipfelchen hinweg bis zu unserem Ziel, dem 3 081 m hohen Zwieselbacher Rosskogel, verfolgen. Durch den Teamgeist gestärkt und mit der Gewissheit, dass Thomas ein 20-Meter-Seil zur Sicherung dabei hatte, starteten wir unsere luftige Kraxelei.
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Es handelt sich hier nicht um einen Klettersteig im herkömmlichen Sinne, sondern um eine hochalpine Steiganlage im II. Schwierigkeitsgrat UIAA. Somit wurde die Ursprünglichkeit des Routenverlaufs erhalten.
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Walli, Franzi und meine Wenigkeit waren deshalb froh, an den drei schwierigsten Stellen am vertrauten Seil gesichert zu sein.
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Wohlbehalten kamen alle nach zwei Stunden Kletterei am Zwieselbacher Rosskogel (3 081 m) an. Fernblicke ohne Ende!
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Da Thomas aber auch wirklich jeden Gipfel kennt, war dies für uns eine riesige Gipfelschau. Unterhalb (auf 2 800 m) entdeckten wir einen kleine Bergsee, der die ganz Abgehärteten zum Baden einlud (eiskalt!).
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Frisch gebadet, nicht alle (!), kamen wir am späten Nachmittag auf der Hütte an und genossen die letzten Sonnenstrahlen bei einem Weißbier auf der Terrasse.
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Ein gemütlicher Hüttenabend mit hervorragendem Essen rundete den wunderbaren Tag ab.
Am Sonntag musste natürlich noch ein "3 000er" ran und so stiegen wir in knapp drei Stunden auf den 3 004 m hohen Zischgeles. Als wir auf der Scharte ankamen, trieben riesige Nebelschwaben aus dem Lüsenstal herauf und hüllten den Gipfel ein.
Dies beeindruckte aber unseren Gipfelsturm nicht - und siehe da, als wir oben ankamen lichtete sich die Nebeldecke und wir hatten einen wunderbaren Rundumblick - man soll halt doch vor seinem Ziel nicht aufgeben!
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Da sich für nachmittags Regen angekündigt hatte und wir noch 1 500 Höhenmeter nach St. Sigmund absteigen mussten, fiel unsere Gipfelrast relativ kurz aus.
Der Regen ließ aber auf sich warten und so kehrten wir gemütlich auf der Gleirscher Alm ein. Trockenen Fußes erreichten wir den Parkplatz - taleinwärts zog bereits Regen auf.
Auch die ersten Zeichen des kommenden Winters zeigten bereits ihre Spuren. Die "Almerer" trieben aus den Bergen die einzelnen Schafherden zusammen. Innerhalb von ein paar Tagen werden 1 200 Schafe ihren Besitzern im Tal übergeben.
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Ein wunderbares Wochenende ging mit einer tollen Mannschaft zu Ende. Ein ganz großes Lob an Franzi und Leo - ihr seid tolle Bergsteiger!
Bericht: Barbara Sandmann, Fotos: Waldemar Sandmann und Thomas Remold


Stand: 16.10.2011