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Am Nordgrat Am grossen Gendarm

Am Weisshorn unterwegs - 4505 m

Ein nicht alltägliches Ziel, dieser hohe Alpengipfel. Schon oft waren wir im Wallis an den 4000ern zu Gange, fürs Weisshorn reichte es meistens nicht mehr (Wetter, Verhältnisse, Partner, etc.).
Dieses Jahr wählten wir eine andere Taktik. Sobald eine sommerliche Wetterlage es zulässt,wollten wir starten. Wir, das waren in diesem Fall Andi und ich. Es sollte bei dieser 2-er Seilschaft bleiben, obwohl es auch zu viert oder mehr möglich ist. Eine Bedingung war aber, zu gegebener Zeit spontan in Nürnberg wegzukommen. Mit dem üblichen, beruflichen Aufwand, Termine zu verschieben und neu zu planen u.s.w..
Hinein geht es ins Val d Anniviers, bis ans Ende der Fahrstraße. Zur Hütte hinauf, der Cabane Tracuit, lasse ich mir viel Zeit. Akklimatisieren ist angesagt. Als wir unser Frühstück für den nächsten Tag für 7Uhr bestellen, winkt der Hüttenwirt nur ab. Zu spät, nein, da braucht ihr gar nicht losgehen. O.k. wir kommen zum 5Uhr Tee mit den Spät-Frühstückern also.

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Weisshorn Nordgrat Weisshorn Ostgrat

Der nächste Tag, ein Traum-Tourentag. Wir haben genug Zeit mitgebracht, uns an die dünne Luft hier oben, anzupassen. Schleichen über die Gletscher bis auf 4153m und sonnen uns am Gipfel des Bishorn. Der N-Grat vom Weisshorn, gut einsehbar, respektabel, lang, ausgesetzt. Wollen wir das morgen? Andi fühlt sich gut, mir geht es auch nicht viel schlechter. Ehrfurcht und Respekt bleiben, so ist das nun mal vor jeder größeren Bergtour. Vor gut 150 Jahren hatten sich die Engländer Tyndall, Benner und Wenger erstmals an diesem Berg erfolgreich versucht.

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Super Gipfelaussicht Mit Mt. Blanc

Das Thermo-Frühstück um 1.30 Uhr ist eher was für Spätheimkehrer. Wir ziehen los, leider ohne Mondlicht. Als wir das Weisshornjoch erreichen, dämmert es bereits kräftig. Die hohen Gipfel erröten leicht in den ersten fahlen Sonnenstrahlen. Eine Bergführerseilschaft überholt uns. Das war s dann mit den menschlichen Begegnungen am Berg für heute. Wir kommen gut voran, die Verhältnisse passen, sind nahezu optimal. Um 11 Uhr betreten wir das winzige Gipfelplateau mit dem Kreuz. Sonne und die klare, kalte Luft sorgen für beste Fernsicht. Über den nicht minder ausgesetzten O-Grat geht es hinunter. Einige Felspassagen sichern wir jetzt konsequent. Kraft und Konzentration lassen bekanntlich irgendwann nach. Ein Fehltritt genügt und es geht dahin.

Nachmittags erreichen wir den so genannten Frühstücksplatz. Hier wird der Hauptgrat verlassen und durch ein Couloir geht es südlich hinunter Richtung Weisshornhütte. Die Normalwegbegeher sind längst weg, damit hält sich auch die Steinschlaggefahr in Grenzen.
Luzius, der sympathische Hüttenwirt hat uns sicher schon in seinem Fernglas geortet und weiß um unseren abendlichen Besuch auf seiner gemütlichen Hütte. Mit Heisshunger verschlingen wir unser abendliches, mehrgängiges Festmenü und zur Feier des Tages wird auch mal ein Bierchen mehr getrunken. Damit wird der gesunkene Adrenalinpegel direkt durch den Promillepegel ausgeglichen. In Randa zurück, tauchen wir wieder ins Alltagsgeschehen ab, um ein wertvolles, grandioses Erlebnis reicher, an einem der ganz großen Viertausender der Alpen.

Christian Funke


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Am Grat unterwegs Die Seilschaft vor der Weisshornhütte

alle Fotos: Andreas Welzhofer


Stand: 06.10.2012