Unsere Sponsoren und Partner


obermer02 obermer03
Wir starten in Oberstdorf im Ortsteil Spielmannsau. Von der Kemptener Hütte Aufstieg zum Mädelejoch, 1974m.

Sicher Unterwegs - Bergwandern

Grenzüberschreitungen - Alpendurchquerung von Obersdorf nach Meran von 29.7. bis 6.8.2005

Beim Treffpunkt am Nürnberger Hauptbahnhof früh um halb acht sahen die Gesichter der Teilnehmer noch etwas verschlafen aus. Aber im Laufe der gemütlichen Bahnfahrt nach Oberstdorf wurden wir schon etwas lebhafter und waren so ins Gespräch vertieft, dass wir fast den Umstieg in Augsburg verpassten. In Oberstdorf trafen wir noch auf zwei weitere Alpenüberquerer und waren somit komplett: Marga, unser Herdentier, und die Schäfchen Yuri, Rosie, Karl-Heinz, Bettina, Klaus, Margit und Armin. Nach einer Taxifahrt nach Spielmannsau durften wir endlich loslegen: 850 Meter Aufstieg zur Kemptener Hütte. Mittlerweile war es so heiß geworden, dass sich die Wanderung als ganz schön mühsam erwies. Vor allem bei der ersten Hälfte des Weges war es sehr schwül und drückend. Wir konnten uns aber immer wieder an kleinen Bächen erfrischen. Als wir endlich die Hütte erreichten, zogen schon dunkle Wolken auf, und ein paar Stunden später kam endlich das "erwartete Gewitter. So konnten wir am nächsten Morgen erfrischt in etwas kühlerem Wetter unseren Weg fortsetzen. Nach einem kurzen Anstieg zum Mädelejoch überschritten wir die Grenze nach österreich, und es ging dann gemütlich 850 Meter abwärts nach Holzgau. Von dort sollten wir mit einem Kleinbus ins Madautal gebracht werden. Da aber der Andrang ziemlich groß war, mussten wir fast zwei Stunden warten, bis wir endlich an der Reihe waren. Wir nutzten die Zeit, um die heimische Küche (nach Expertenmeinung war der Apfelstrudel Kategorie eins) ausgiebig zu testen. Die Fahrt ins Madautal war holprig aber landschaftlich sehr reizvoll. Nach der langen Pause fielen die etwa 800 Höhenmeter zur Memminger Hütte am Anfang etwas schwer. Aber schließlich waren wir ja nicht auf einer Vergnügungsfahrt, sondern wollten die Alpen zu Fuß erkunden. Die letzte Stunde wurde es dann doch etwas kalt und regnerisch und vor allem neblig, so dass die Vorhut 50 Meter vor der Hütte ernsthaft glaubte, sich verlaufen zu haben. Bei einem Glas Jagertee wurden aber die kalten Glieder schnell wieder auf Hüttentemperatur erwärmt. Selbst die übernachtung in dem sehr engen Winterlager nebenan konnte die gute, weinselige Stimmung nicht trüben.

obermer04 obermer05
Harmlose Begegnungen am Wegrand. Von der Memminger Hütte Aufstieg zur Seescharte, 2664 m.
obermer06 obermer07
Vom Krahberg, 2208m wandern wir nach Wenns, 976m Im Pitztal langer Aufstieg zur Braunschweiger Hütte, 2750m.

Am nächsten Tag kam nach einem kurzen Aufstieg zur Seescharte die "große Belastungsprobe für Mensch und Material": 1800 Meter bergab. Eine kleine Vesperpause in einer Almhütte war eine willkommene Abwechslung nach der ersten sehr steilen Hälfte des Weges. Danach folgte ein sanfter Abstieg am Rande des idyllischen und einsamen Lochbachtals. Diese Nacht war übernachtung in Zams im Inntal angesagt, was nach zwei überfüllten Hütten eine willkommene Abwechslung war. Am nächsten Tag fuhren wir im Nebel mit der Venetbahn zum Krahberg, und stiegen über die Goglesalm und Galflunalm nach Wenns im Pitztal ab. Das Finden der Markierung gestaltete sich manchmal als etwas abenteuerlich, und so mancher kam mehr in Berührung mit dem sumpfigen Boden als ihm lieb war. Verdreckt aber gutgelaunt fuhren wir mit dem Postbus bei strahlendem Sonnenschein nach Mittelberg, von wo wir nochmal tausend Höhenmeter zur Braunschweiger Hütte bewältigen mussten. Nach einem weiteren Kuchentestessen in einer Hütte am Anfang des Weges zogen wir frisch gestärkt los. Da der Weg sehr abwechslungsreich war und man immer wieder faszinierende Aussichten auf Gletscher hatte, erschien der Anstieg gar nicht so anstrengend wie erwartet. Auch diesmal mussten wir wieder in ein Nebenlager ausweichen, aber hatten dafür den Vorteil, weit weg von den (schnarchenden) Massen zu sein. Selbst die Kapelle musste an diesem Abend noch zu einem Lager umgestaltet werden, um dem großen Andrang gerecht zu werden.

Nach einem 250-Meter-Anstieg zum Pitztalerjöchl am nächsten Tag mussten wir ein kleines Schneefeld überqueren, bevor wir zur Skistation des ötztales gelangten. Ein Bus brachte uns durch einen Tunnel, der unter dem Rettenbachferner hindurchführt. Der anschließende Abstieg auf dem Panorama-Höhenweg nach Vent war einfach und von der Vegetation eher kark. An diesem Abend war Luxus im Geierwallihof angesagt. Man konnte vor dem reichhaltigen Abendmenü seinen "gemarterten" Körper in der Sauna verwöhnen, was manche böse Zungen dazu veranlasste von einem Luxus-luschi-urlaub (die sogenannte Lulutour) zu sprechen.

obermer08 obermer09
ötztaler Alpen Abstieg vom Pitztalerjöchl, 2996m
obermer10 obermer11
Der Panorama Höhenweg führt uns nach Vent. Kaiserschmarn - Test in der Martin-Busch Hütte, 2527m.

Wie dem auch sei, der Komfort tat allen sehr gut, und nach einem leckeren Frühstücksbüffet stiegen wir durch das Niedertal zur Martin-Busch Hütte auf. Das obligatorische Kaiserschmarrn Testessen der Gruppe gab uns dann die nötige Energie für die restlichen 500 Meter auf die Similaunhütte, die über dreitausend Meter liegt und bereits in Italien ist. Leider war das Wetter mittlerweile so stürmisch und kalt geworden, dass wir uns nicht mehr dazu aufraffen konnten, einen Abstecher zur Fundstelle des ötzi zu machen, die ganz in der Nähe der Hütte ist. Trotz der großen Höhe war auch diese Hütte überfüllt, so dass die Gäste teilweise in Schichten essen mussten. Nachts tobte ein ziemlicher Sturm, aber die Vorhersage es gebe am nächsten Morgen vielleicht Schnee, erwies sich Gott sei Dank als falsch. So stiegen wir in der Kälte zuerst sehr steil bergab. Später wurde die Landschaft immer lieblicher, und wir gelangten vorbei an satten Almwiesen und uralten Bergbauernhöfen zum Vernagt-Stausee. Von dort aus fuhren wir ein kurzes Stück mit dem Bus und erreichten nach einem Abschnitt auf der Straße schließlich den Meraner Höhenweg, der uns zur Rableidalm führte, wo wir die letzte Nacht gebucht hatten. Die Enttäuschung war erst mal groß, als es hieß, es gäbe keine warmen Getränke, weil wegen einer Turbinenpanne Strom gespart werden musste. Nach einer Runde Schnaps und einem Liter Wein war die Gruppe auch so aufgetaut, ging ohne Pause zum gemütlichen Teil des Nachmittags über und genoss schließlich das sehr leckere Abendessen der Sennerin. Auch das Frühstück ließ nicht zu wünschen übrig: es gab Südtiroler Schinken, selbstgemachte Butter und Vinschgauer Brötchen. So gestärkt konnten wir locker die letzte Etappe unseres Alpencrosses bewältigen. Auf dem Meraner Höhenweg wanderten wir bei tiefblauem Himmel nach Katharinaberg, von wo wir einen Bus nach Meran nahmen. Ein gemeinsames Abendessen nach einem gemütlichen Stadtbummel stellte den Ausklang einer sehr gelungenen Tour mit einer sehr harmonischen und lustigen Gruppe dar. Selbst die Tatsache, dass wir den letzten Bus zurück zur Pension verpassten, konnte die gute Stimung nicht trüben. Am Samstag fuhr der Großteil der Gruppe wieder mit dem Zug zurück ins kalte Deutschland. Fazit: es hat sehr viel Spaß gemacht und war erholsam. Vielen Dank auch an Marga für ihre exzellente Planung und ihre souveräne und ausgeglichene Art. Wir würden sofort wieder eine Tour mit dieser Truppe machen!!!

Margit von Stetten und Bettina Kessel, August 2005

obermer12 obermer13
Abstieg von der Similaun Hütte zum Vernagt -Stausee. Wanderung zur Rableit Alm, 2004m
obermer14 obermer15
Meraner Höhenweg nach Katharinaberg Meran ist nicht mehr weit - Fotos: A. Dusold


Infos

Ausrüstungsliste



Stand: 23.07.2006