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Cerro Marmolejo, Chile, 27.2.05 - 4.3.05

Hier der Bericht unserer Besteigung:

1.Tag

7.30 Uhr Abfahrt in Santiago am Plaza Italia. Mit dem Bus nach Bañjos Morales. Nach ca. halber Strecke kommt die Kassiererin und will statt 2300 Pesos 6000 Pesos pro Nase.
Laut ihrer Aussage haben wir einen "Round Trip" gebucht, als wir am Abend zuvor die 3 Plaetze reserviert haben. Da wir das aber definitiv nicht hatten und auch nicht wollten und die Dame keinen Bock auf unser Geld hat, wirft sie uns nach kurzer Diskussion, mit Sack und Pack aus dem Bus.

Aber gezahlt haben wir auch nichts.

Da stehen wir nun auf der Strasse und trampen. Nach ungefaehr 5 Minuten nimmt uns dann auch ein Auto mit. Es sind 3 Mountainbiker die einen grossen Kastenwagen hatten, wo sie uns hinten einpackten und bis zu der bekannten Polizeistation im Tal mitnahmen.
Waehrend Tomsky und Andi in der Station die ominoesen Formulare ausfuellen warte ich draussen und passe auf die Rucksaecke auf. Siehe da, da kommt ein Linienbus aus dem Nichts und der faehrt auch noch in unser Zielkaff. Der Fahrer ist auch noch so nett die 3 Minuten zu warten bis wir unseren Papierkram erledigt haben, wobei ihm da wohl auch nichts anderes uebrig blieb da ihn der Polizist darauf hingewiesen hat das wir mit wollen.
Nun geht es fuer nur noch 1300 Pesos pro Kopf dem Ziel entgegen. Das letzte Stueck in das Kaff geht es ueber eine klapprige Bruecke und dann steil ca. 800m eine steile, staubige Piste hoch. Was entdecken unsere geblendeten Augen. Den Bus, aus dem wir rausgeflogen sind. Er steht vor der Bruecke und die Leute muessen aussteigen und das letzte Stueck zu Fuss gehen. Unser Bus zieht souveraen vorueber und so sind wir sogar schneller und bequemer am Ziel.
Jetzt gleich zu Senior Christobal und das Packtier organisieren. Fuer 25000 Pesos bringt er unser Gepaeck, das diesmal wesentlich schwerer ist (Kletter und Eisausruestung plus 6 Dosen Bier pro Kopf) in unser erstes Lager auf 3200m.

Los gehts

Um 11.30 Uhr laufen wir los, den uns bekannten Weg in das Hochtal wo es nun nach links weg geht, dem Rio Marmolejo folgend. Der Weg ist mit Steinmaennchen auch ganz gut markiert. Nur verpassen wir eine entscheidende Stelle und zwar die wo man den Fluss ueberquert. Am falschen Ufer kaempfen wir uns ueber Steine und Geroell vorwaerts. Endlich erscheint uns eine Stelle geeeignet den Fluss zu ueberqueren. Andi wagt es als ersten und schafft es auch. Es war jedoch haarscharf, fast waere er abgerutscht und in den Fluss gefallen. Was in diesem reissenden Gebirgsfluss wohl definitiv nicht zu empfehlen ist. Tomsky und ich beschliessen dies zu unterlassen und auf der Seite einfach weiter zu maschieren um eine geeignetere Stelle zu suchen. Es ist ein sehr muehsames Vorankommen. Wir erreichen eine kleine Hochebene wo 2 Fluesse zusammen kommen (Confluencia). Nach ca. 45 Minuten des Suchens und Probierens sehen wir ein, das auch hier einrueberkommen nicht moeglich ist. Eine kleine aber feine Schlucht, wo der Fluss durch nnert versperrt uns nun den Weiterweg am Wasser entlang. Es bleibt nur die Flucht nach oben. Wir arbeiten und einen 45 Grad steilen Geroellhang 200 Hoeenmeter hinauf um die Engstelle zu umgehen. Eine sehr schweistreibende Geschichte. Endlich erblicken wir das Hochtal mit unseren Rucksaecken. Da die Sonne schon hinter einem Bergkamm steht und Wind aufkommt wird es langsam auch "frisch" im T-Shirt. Hier ist der Fluss stark veraestelt und das Ueberschreiten kein Problem mehr.
Nach 9 Stunden und 1400 hm errichten wir das Zelt. Zum Glueck haben wir das Bier eingepackt und jeder goennt sich 2 Dosen. Es folgen 12 Stunden erholsamer Schalf.

Erstes Lager

2.Tag

Heute liegen 1100 Hm vor uns. Das erste Drittel des Weges geht es dem Fluss folgend talaufwaerts ueber Steine, Geroell und Sand voran. Die Steigung ist sehr gering so dass wir nur 200 Hm machen. Nun geht es ueber die Seitenmoraene eines nicht mehr existierenden Gletschers weiter, das bringt uns ein weiteres Drittel des Weges voran, und ca 400 Hm.

Aufbruch von Lager 1

Nun haben wir noch ein Drittel des Weges vor uns, aber noch 700 Hm. Sehr steil geht es nun ueber Geroell einen markanten Grad hinauf. Jetzt schlagen die 20 kg Rucksaecke richtig zu. Erbarmungslos ziehen sie zurueck ins Tal.

durchs wilde Kurdistan

Alle 200 Hm machen wir 10 Minuten Pause. 2,5 Stunden spaeter ist es geschafft. Gegen 18.00 Uhr erreichen wir den Sattel mit unserem Lagerplatz auf 4200 Meter. Da es hier allerdings kein Wasser gibt steigen wir noch mal 50 Hoehenmeter weiter auf zu einem kleinen Rinnsal. Schnell ist ein Platz fuer das Zelt eingeebnet und eine Kuhle gegraben um das Rinnsal aufzustauen.

gegen den Durst

Der Blick auf die gegenueberliegenden Gletscher und der Sonnenuntergang entschaedigt fuer alles.

Sonnenuntergang

3.Tag

Ruhetag. Wir bleiben den ganzen Tag auf 4200 um uns besser an die Hoehe anzupassen. Kein Gepaeck schleppen! Zum Zeitvertreib ueben wir nochmal Spaltenbergung mittels Lose Rolle und Flaschenzug mit der Gardaklemme. Man weiss ja nie was noch kommt. Es ist den ganzen Tag bewoelkt und es geht ein leichter Wind. Nicht gerade Strandwetter. Unser Plan ist Morgen das ganze Material auf 5000 Meter zu schleppen, da zu schlafen und dann am Morgen einen Gipfelversuch zu starten. Keiner hat eigentlich Bock den ganzen Mist weiter den Berg hoch zu schleppen. Wie wir so rumsitzen kommt Tomsky auf die Idee alles hier zu lassen und direkt diese Nacht einen Gipfelversuch zu starten. Also 1900 Hm auf und wieder abzusteigen.

Lager 2

Als es gegen Abend auch noch aufreisst und wir alles fuer und wieder gegeneinander abgewogen haben beschliessen wir es auf die brachiale Tour zu versuchen, d.h. Start auf 4250m, 10 Stunden Aufstieg und 6 Stunden Abstieg.

4.Tag

Wir stehen um 4:30 Uhr auf, Fruehstuecken (Tee, Salami, Brot). Jeder nimmt nur das Noetigste mit: Stoecke, Eispickel, Steigeisen, Gletscherbrille, Handschuhe, Muetze, Wasser und mehrere Muesliriegel. Dann gehts los. Bis Sonnenaufgang sind wir bereits auf 5000 Meter.

Aufstieg im Morgengrauen

Das lief wie am Schnuerchen. Jetzt kommt der Gletscher. Ruckzuck stehen wir in 2 Meter hohem Bueserschnee. Vorher von uns oft bewundert und jetzt verflucht. Hier gibt es absolut kein Weiterkommen - also vorwaerts Kameraden wir gehen zurueck. Wir muessen dieses Gebiet weitrauemig umgehen. Das kostet zwar Zeit aber wir kommen mit relativ wenig Kraftaufwand gut voran.

der erste Buesserschnee

Der weitere Weg bis 5800m ist eindeutig und wir trotten so vor uns dahin. Die letzten 200 Meter zum Gipfel sind kein Zuckerlecken: 10-15 Schritte, stehen, luftholen, weiterlaufen. Langsam aber stetig steigen wir auf. Nach 9,5 Stunden stehen wir, bei strahlenstem Sonnenschein, auf dem Gipfel.

kurz vor dem Ziel

6108 Meter

am Gipfel

Die Sicht ist riesig. Aber der Gipfel ist erst der halbe Weg. Beim Abstieg folgen wir einem markanten Pfad. Schnell sind wir wieder am Gletscher. Allerdings an einer anderen Stelle als der an welcher wir hochgekommen sind. Da man den Gletscher gut uebersehen kann laufen wir los.

runter gehts

Es geht weiterhin gut voran. Doch dann kommt er wieder, der verdammte Bueserschnee und zu allem Uebel wird er auch noch immer hoeher. Beim Umgehungsversuch stossen wir auch noch auf eine schoene Spalte. Eine Eisbruecke ist jedoch schnell gefunden und wir sichern uns hinueber. Es geht zaeh weiter durch den Bueserschnee bis zur naechsten Spalte. Wo kommen die denn auf einmal her? Beim Aufstieg gab es die noch nicht. Aber hilft ja nix. Also wieder Ruebersichern und weiter durch das Schneelabirynth.

der verdammte Buesserschnee

Nach unendlich langer Zeit verlassen wir endlich den Geltscher. Langsam geht die Sonne unter und wir steigen ueber Geroell ab. Um 21.00 Uhr erreichen wir das Zelt. Wir und der Gipfel sind geschafft. Jetzt noch eine leckere Tuetensuppe gekocht. Todmuede aber gluecklich kriechen wir in unsere Schlafsaecke.

5.Tag

gnadenlos bergab

Abstieg von 4250 m auf 3200m. Der Abstieg geht flott aber man(n) merkt schon das die Beine noch schwer sind. Nach 2/3 des Weges kreuzen wir einen Bach deruns schon beim Aufstieg aufgefallen war.
Er hat sehr starke Mineralienablagerungen und ein versintertes Bachbett. Dazu ist er ueberraschend warm. Tomskys Uhr-Thermometer misst 21 Grad und das auf 3300m. Endlich wieder waschen!
Dann geht es weiter zum Lager wo jeden von uns ja noch 4 Dosen Bier zur Belohnung erwarten die wir beim Aufstieg hier versteckt haben. Schnell geht die Sonne aus dem Tal und es wird kalt. Benzin haben wir noch genug fuer die Kocher. So sitzen wir mit unserem Bier um unser MSR-Wisperlight-Lagerfeuer und sind gleucklich.

6.Tag

1400 Hm Abstieg stehen uns bevor nach Bañjos Morales. Zuerst anstrengend ueber Geroell und Bloecke. Nach 3 Stunden stehen wir wieder am Fluss. Was nun??
Wir suchen eine relativ schmale Stelle und ziehen Schuhe und Hose aus. Das Wasser ist saukalt und reissend. Mit den Stoecken stuetzen wir uns gegen die Stroemung und kommen so mit viel Kraftaufwand und ein bisschen Glueck ans andere Ufer.

die Flussdurchquerung

Nun folgt der bekannte Weg durch das Hochtal und die nicht endend wollende Schotterpiste in das Kaff. Es ist vollbracht. Um 18.00 Uhr faehrt der Bus.

Wir haben wieder nicht dazu gelernt vom letzten Mal. Kneipe, Bier, Schotterpiste, Polizeistation.

Ende gut Alles gut

Das gehoert wohl irgendwie dazu.



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Besteigung des Cerro Marmolejo, Chile.

Höhe 6108m
Latitud:
Longitud:

Download der GPS-Daten der Tour als Excel-File

Karte der Tour

Download der Karte(944kB)

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Stand: 03.08.2006